Mein Kleiderschrank zerfällt sacht

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Septett, Es- Dur op. 20)

Für mich hinterfragt dieses Stück zutiefst philosophisch den sonnigen Alltag mit all seinen kleinen Freuden, die wir nur selten in einem tieferen, kosmischen Zusammenhang stellen und zu gerne ohne den Schatten der Vergänglichkeit sehen. Dieses Stück ist für mich eine besonders harmonisch- musikalische Reise hin zur Erforschung des Zusammenspiels zwischen Ewigkeit und Nichtigkeit, zwischen Schönheit und Vergänglichkeit, zwischen Meerestiefe und oberflächlichen Alltagsfreuden, zwischen kosmischer Weite und häuslichem Glück.

Die Abendsonne im Wald, 

Freudenfeuer in mir wallt,

im Haus Engelmusik schallt,

Kuchenbild Feder in Tee malt.

 

Golden glänzt der Vorhang heut,

ferne Meeresluft erfreut,

Kuchenduft beglückt erneut,

der Himmel Blumenkleid bläut.

 

Blaue Blumen auf dem Tisch,

in Vasen mit Wasser frisch,

die Teegespräche köstlich,

Augen wie Rose fröhlich. 

 

Neue Tiefen sich zeigen,

in den Melodienreigen,

in des Ozeans Farbreihen,

in Kammer mein gedeihen. 

 

In meinem Kleiderschrank alt,

Funkeln golden Ballkleider,

Tischblumen blau und kalt,

des Meeres Zeitkleid Schneider.

 

So sind des Lebens Lieder,

der Liebe heiter Flieder,

Meeressand der Ewigkeit,

Saum der blauen Blume Kleid.

 

Sturmgedicht im Wolkenwind,

geheimnisvoll das Leidkind,

der Träne rein Spiegelbild,

wie Regen und Blumen mild.

 

Golden glänzt der Vorhang heut,

ferne Meeresluft erfreut,

Kuchenduft beglückt erneut,

der Himmel Blumenkleid bläut.

 

Auch durchzieht das Haus,

Grammauer bei Tee ein Graus,

der Träne süßer Geschmack,

reiner Liebe edel Frack.

 

Dunkler Tee bei dunkler Nacht,

der Mond geheimnisvoll lacht,

Meerluft hat Tiefe gebracht,

mein Kleiderschrank zerfällt sacht. 


Ich edle Frau des Himmels

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Piano Concerto Nr. 21, Andante, K467)

 

Ich edle Frau des Himmels schau, 

mein Langkleid küsst die Erde rau, 

mein Hut der innren Schönheit Zierde, 

trotze Leidenschaft und Männer Begierde. 

 

Der Schirm mein göttlich Strahlen bremst, 

wo Ehrfurcht Aura auf Gott nur grenzt, 

wo Liebe Paläste baut in deiner Seele, 

wo Kummer macht Lebendigkeit träge. 

 

Doch weh, neue Worte, spricht mein Gram, 

neue Musik belebt die Seele lahm, 

dein Kommen ersehn ich Jahr für Jahr, 

deine Liebe ruft mich Tag für Tag. 

 

Nachtigall deine Gedanken fromm singt, 

meine Seele tief im Liebe Brunnen sinkt, 

sein Wasser der Zärtlichkeiten Meer, 

seine Mauern der Tapferkeit Heer. 

 

Ich kreise im Wind der Nacht, 

Mein Kleid weiß wie des Monds Pracht, 

singe meine Lieder immerzu einsam, 

bis Stille redet zu mir ohne Scham. 

 

Bis Tränen machten mich zum Dichter, 

bis Worte beleben Gott, den Richter, 

bis Feder schreibt von selbst Lieder, 

bis Seele küsst dich immer wieder. 

 

Bis Glocken klingen zur Hochzeit mein, 

wo Edelmut ist der süßeste Wein, 

wo Reinheit zeigt ihren wahren Preis, 

wo Liebestauben fliegen im Kreis. 

Das Blut in Adern gefährlich erfriert

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Streichquartett, op. 132, in A- Moll)


Der Zukunft Dunkelheit spielt,
im Herzen sich Trauer stiehlt,
der Freudenball geht zu Ende,
kosmisch Fragen singen behende.

Leidenschaftliche Trauer belebt,
Tränenwonne in Seele bebt,
es ist der Vergangenheit Sturm,
in nachdenklichen Atemzügen Turm.

Glaubst du mich zu verstehen?
Meiner Seele Regung zu sehen?
Geheimnisvoll mein Herzspiegel,
schlüssellos meines Geists Riegel.

Schwerfällig des Lebens Schritte,
mein Leben: göttlich Moral und Sitte,
gedankenvoll die Augen sprechen,
nach Wahrheit im Leben lechzen.

Das Blut in Adern gefährlich gefriert,
Liebesmacht heilig Verstand geniert,
Gramtränen fallen in See der Seligkeit,
Sternenglanz küsst meine dunkel Schönheit.

Nachtkleid wird sanft vom Morgen geküsst,
Herzensfreude Gott allmächtig versüßt,
gibt meiner Existenz einen kosmischen Sinn,
Weltschönheit gibt sich trügerisch dem Geist hin.

In meinem Schweigen göttliche Sinfonien erklingen,
meine Todesblicke deinen Teufel durchdringen,
Sonnstrahlen des Paradieses im Jetzt glühen,
himmlische Dimensionen in Seele mein erblühen. 

Ein Märchen-spaziergang am Abend 

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Sinfonie Nr. 1)

Am Abend golden leuchtet,

Sonnfeuer zum Paradies deutet,

Unser Spaziergang edel schmücket,

Wo keiner unsere Liebe rüget.


Wo Worte werden zu Perlen,

Jeder Hass zerschellt in Scherben,

Wo Träume von Wolken regnen,

Des Gottes Küsse uns ewig segnen.


Wir gehen melancholisch weiter,

Hören der Vögellieder heiter,

Wir schauen niemals zurück,

Wo Leid besiegt Liebesglück.


Auf grünen Wiesen wir gleiten,

Auf selig Pferden zu Gott reiten,

Der Geist allein darf dirigieren,

Offenbarung wird Seele signieren.


Unsere Schritte dämmt die Nacht,

Der Mond der Liebefeuer Tracht,

Mein weißes Kleid der Sehnsucht Wirbel,

Meine Haare sich um Sterne zwirbeln.


Ein prächtig Schloss am Fuß des Sees,

Seine Tore sind aus der Liebe Klee,

Seine Fenster aus Scherben der Ehre,

Alle Schleier zerreißt der Liebe Schere.


Im herrlich Saal zu zweit wir tanzen,

Das Glück zu zweit wir erhaschen,

Unsere Freude frei von Neidwanzen,

Wir füllen mit Treueperlen die Taschen.


Ein Spaziergang geht zu Ende,

Eine Nacht aller Tage Fehde,

Aus Dörnröschenschlaf erwacht Liebe,

Erzählt Märchen der Liebe Siege. 

Meine Tränen spielen am Klavier

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Klavierkonzert in d- Moll, KV466)

Stürmisch die See schwingt,

des Donners Schall klingt,

des Todes Kampf Lieder singt,

die Seerose friedlich liegt.


Vor uns zurück du blickst,

dein Atmen von selbst erstickt,

auf hoher See deine Reise,

des Geliebten Ruf tönt leise.


Die Wellen singen laut,

die dunkle Wolke schaut,

nach Regen des Meeres Segen,

nach Einheit mit der Wogen Beben.


Nachts bist alleine im Schloss,

das Klavier spielt deine Frau,

an Klippen des Wassers Geschoss,

drin tanzen wir der Liebe Pfau.


Im Sternenkleid ich fliege,

in deinen Armen mich wiege,

in Träumen aus der Liebe Saat,

in Augen des Mondscheins Pfad.


Traurig unsere Liebe spricht,

die Tränen als Sturm gibt,

der Vergangenheit Kraft und Lied,

die Zukunft mit Vereinigung siegt.


Die Felsbrandung deiner Gefühle,

die Klippen meiner Reinheit Küsse,

der Sturm der Ferne rau Kühle,

die schwarzen Wolken der Liebe Schüsse.


Am Kaminfeuer du friedlich sitzt,

der Nächte Fabeln mir liest,

der Regen am Fenster prallt,

der Liebe Sturm in uns wallt.


Meine Tränen spielen am Klavier,

wirbeln unserer Sehnsucht Gier,

kreisen im Wind der Nacht,

streicheln deine Lippen sanft.


Du sprichst leise weise Worte mir,

wahre Heilung liegt im Reinheitselixier,

in deinen Blicken des Paradieses Spiegel,

in deiner Passion der heilig Höllesiegel.


Du drehst mich ganz geschwind,

mein Haar ein dunkel Labyrinth,

mein Kleid tanzt im Liebewind,

wo Allmacht gibt uns heilig Kind.


Wir schauen fürchtend ein letztes Mal,

nur zu zweit wir drehen im Liebesaal,

Jahr für Jahr wächst der Treue Schal,

empor wächst stets des Geist Pfahl. 

Der Lichtevolution  Todesmelodie

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Sinfonie Nr. 39, in Es- Dur, KV 543)

Meerestosen,
der Liebe Wogen,
der Vögel Lieder,
Gram küsst wieder.

In des Teufels Fängen,
mit Versuchungsklängen,
des Weltwahns Täuschungen,
der Irrfreuden Spiegelungen.

Nach Schönheit du suchst,
immer Gott verfluchtst,
Freiheit mit Lust legierst,
mit Spaßgott dinierst.

Meeresnässe mich berührt,
Einsamkeit mich verführt,
in Gottklängen kosmisch,
in Existenzsinn köstlich.

Freudenmusik edel, fein,
Abendsonn mein Liebeschrein,
Seelenruhe Gottwein,
Lichtevolution mein.

Der Unruhe Qualschrei,
wenn Lebenslust frei,
wenn Geist gefangen,
verstummt Seeleverlangen.

Das Lebensschiff versinkt,
Todesmelodie klingt,
Erdentand Atemsgift,
Grabesweisheit nicht hilft.

Der göttlich Nacht Liebeslieder

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Piano Sonata Nr. 17)

Edel singen deine Augen,
nächtens mir der Liebe Auen,
leise tänzeln Sternenlieder,
um deiner Schönheit bieder.

Kraftvoll schmiegt sich Dunkelheit,
im Mondlicht mit Erhabenheit,
wo wälzen sich Gefühle um und um,
in Schmerz und selig Heiligtum.

Komm lass und leise singen,
höher und höher hinauffliegen,
der Nacht Weisheit erleben,
der Eule Licht uns geben.

Auf grünen Wiesen Gottes,
wo lebendig wird Totes,
wo Rosen blühen in Kränzen,
wo Liebe leuchtet in Tänzen.

Der Liebe Klänge lauschen,
der Wälder Ruhe hauchen,
wo keiner Einsamkeit kennt,
und zu Gott alle Liebe rennt.

Wo Frieden uns erreicht,
aus Himmelstoren leicht,
auf beschwingten Wesen Reim,
der Liebe Wahrheit und Heim.

Kreisen und kreisen wir,
drehen und drehen wir,
tanzen und tanzen wir,
der göttlich Nacht Lieder.

Ein Traum scheint wahr,
nun droht keine Gefahr,
sind eins wir im Licht,
mit Gott und Engellied.

Ein neues Leben beginnt,
ein neuer Tag sich wiegt,
mit Nacht auf ewiglich,
des Lichts Schmetterling.

Und blick in deine Augen ich,
ein letztes Mal der Mond spricht,
deiner Schönheit himmlisch Klänge,
deiner Weisheit göttlich Gesänge.

Deiner Liebe Trauerlied,
unserer Geschichte Goldschmied,
deiner Träne Heiligkeit,
deiner Kleid Göttlichkeit.

Eine Feuerprobe dein Blick

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Haydns Sinfonie Nr. 26 "La Lamentatione")

Dramatisch der Liebe Spiel,
dein schwarzes Kleid gefiel,
meinen Augen zum Abschied gut,
nährte der Leidenschaft Glut.

Eine Feuerprobe dein Blick,
Zauberei deiner Lippen Geschick,
in Keuschheit Spiegel du strahlst,
das Licht Gottes du stahlst.

Wenn du erhebst die Hand,
loslässt von Erdentand,
deiner Tränen Perlen bewegen Gott,
kosmisch Kräfte wirken sofort.

Im Rosenlabyrinth der Liebe

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Piano Concerto Nr. 3 in c- Moll)

Deine Träne spricht mir,
der Nacht Liebe Elixier,
dein Augenmond leuchtet,
den Weg zu Gott läutet.

Frohkuss meine Lippen verlässt,
auf ewig deinen Gram rächt,
schweigsam meine Seele schwingt,
göttlich Lieder traurig singt.

Dein Herz mein Herz erreicht,
des Gottes Macht uns eint,
keine Hochzeit ging voraus,
heilig ward der Liebe Haus.

Gebaut aus Reinheit Ziegeln mein,
beschützt vom Liebedach dein,
mit Sternenlichtern aus Weisheit,
mit Schloss der Wahrhaftigkeit.

Mit Räumen aus Geduldperlen,
mit Musik und Lied der Treue Erlen,
mit Betten der Liebe Duft,
mit Fließen aus Grabesgruft.

Mit Kindern Gottes Segen,
mit der Unschuld Macht Tränen,
mit Prophetenlichter Regen,
mit Gottesfurcht Donnerbeben.

Im Rosenlabyrinth der Liebe,
wo Irren gibt Seelenlicht Triebe,
wo entwachsen Blumen dem Geist,
und jede Angst für immer vereist.

Wo nachts ganz leis erklingt,
die Sprache der Liebe nur singt,
hinauf und hinauf zum Mond blickt,
der Sinne heilig Gewand strickt.

Wo manch Einsamkeit Gott kundttut,
der himmlisch Gefühle Goldmund,
wo der Lerche Geister sind feil,
ihre Küsse scharf wie ein Pfeil.

Am dunklen, kalten Schwansee,
blüht der Liebe Treuklee,
das Gefühl der Seligkeit erweicht,
jeder Stein der Prüfung wiegt leicht.

Mein Goldkleid unsere Liebe webt,
der Geschichte Rad neu dreht,
mit Gottes Licht die Welt erhellt,
der wahre Liebe Macht erzählt.

Im Tornado der Seele

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens 3. Sinfonie)

Ein verirrter Klang mich erreicht,
im Donnerrausch die Seele schweigt,
dein Geist der Freuden Fabeln singt,
munter empor zu Gott aufschwingt.

Im Strudel der Gefühle ertrinken,
kraftvoll der Liebe Reime sinken,
in die Tiefe der dunkel Nichtigkeit,
im Karussell der Gefühle Verwirrtheit.

Wir gleiten im Wind der Nacht,
zu Sternen der Trauer Pracht,
im Tornado verrückt wir tändeln,
der Liebe Leiche in Gold häkeln.

Auf einmal wird`s ganz leis,
dann schreit der Seele Kleid,
das Fleisch zerschmilzt wie Eis,
die Seele schmückt das Leid.

In dunkel Räumen wir irren,
das Licht Gottes wir suchen,
die Gedanken um uns wirren,
der Liebe himmlisch Tuchent.

Mal sprichst du so traurig,
mal freust du dich so launig,
mal will die Nacht uns belehren,
mal wird der Tag uns ehren.

Mal küsst du die Nachtigall,
mal weckt dich der Eule Schall,
mal erklingt der Lerche Gesang,
mal ruft uns des Todes Drang.

Mal fliegen wir in Wolken bunt,
mal fallen wir auf Erdengrund,
mal tönen deiner Liebe Reime,
mal schweigen der Leid Pfeile.

Mal tosen des Meeres Wogen,
ihre Mächte der Seele Toben,
ihr Grund geschmückt aus Perlen,
gemacht,
gemacht um Treue zu ehren.

Und wenn dein Ruf erreicht,
die Küsten meiner Liebe Eid,
dann erklingen der Vögellied,
Frohklang mit Gram sich wiegt.

Im Teufelsee wir schwimmen,
die dunklen Mauern erklimmen,
bis Ruhe stiehlt sich in Herzen,
bis sprechen lernen alle Schmerzen.

Sie öffnen Wege zu wahren Freuden,
des Gottes Klang sie himmlisch läuten,
der Seele Posaune laut ertönen,
das Joch des Körpers muss stöhnen.

Gewaltig schreit der Seele Drama,
der von Sünden befreite Ego Karma,
ein Tsunami der Liebe Lava,
ein Feuer der Reinheit Saga.

Der Silbermond leuchtet schüchtern,
ihr Licht macht den Geist nüchtern,
der Nacht Farben erhellen klar,
nur der Liebe Macht ist wahr.

Sie vernichtet des Satans Keim,
zwei Seelen vereinen des Gottes Leim,
alle Schleier zerreißt der Liebe Pfeil,
seine Gedanken erreichen mich laut und heil.

Dann singen wir in Zweisamkeit,
schmecken der Nacht Einsamkeit,
die gibt der Liebe Freiheit,
wo zwei Seelen sprechen in Einheit.

Wo kein Keil treibt uns entzwei,
der Freude Boten legen ihr Ei,
wo singen laut der Seele Lieder,
der Liebe Kraft und herrlich Flieder.


Der Tod mich ruft

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Sinfonie Nr. 40, in g- Moll)

Der Tod mich ruft, ich muss gehen,
die Seele vom Leid befreien, Engel sehen,
doch, wie lieblich scheint Sonne fröhlich,
auf mein Leid hinab, schamlos, unaufhörlich.

Sie singt, sie spielt der Heiterkeit Klänge,
die Sterne stimmen bei in Leid Gesänge,
Dunkelkammer mein Heim wann wurde,
Licht folgt immer nach der Dunkelheit Hürde.

Nun ist das Dichten mein einzig Glück,
dem Weltenleid entflieh ich in diesem Trug,
schreibe Klänge himmlisch, des Paradieses entbehrlich,
verkünde geheime Seelenwelten in göttlich Poesie ehrlich.

Der Vögel Gezwitscher verspricht heile Welt,
wenn Leid ohne Erwartung den Geist erhellt,
wenn Glück ohne Gotteskern den Leib ergötzt,
wenn unselig Feier heilig Einsamkeit trotzt.

Wenn Stille lernt zu spielen ohne Forderung,
deinen Geist die Muse küsst in Gottwerdung,
die Seele leiht Engelflügel, beginnt Poesie neu,
mal auf Wiesen, mal auf Bäumen, dem Licht treu.

Mal grüßt die Dunkelheit,
trägt der Ängste Kleid,
gibt kund vom Ende mein, Noten aus Furcht und Leid,
Harmonie des Lebens der Wahrheit Reime geben,
alle Werke haben ein Ende, sowie Menschenleben.

Zu gerne verweilst du in Trotz und Hohn,
vergisst gerne die Heiligen auf des Jenseits Thron,
verlierst dich in Zeilen und Feder, Tag und Nacht,
gilt sie der Seele oder des Leibes Lust, gib acht.

Spricht zu mir Schönheit des Fleisches Wahn,
oder kühne Kunst, meines Lebens wahrer Tran?
Meine Träumen irren in Zeilen hier, ohne Licht,
wenn des Nachts allein spielt meiner Seele Wicht.

Die Zeit drängt, alles eilt, nur Musik verweilt,
die Kunst durchscheint der Seele Pein und heilt,
wie ein Vogel flieg ich geschwind mit dem Wind,
in Wolken droben, wo heilig Tod mir winkt.

Die letzten Zeilen schreibe ich traurig auf,
das letzte Mal berauscht der Erdenlust Kauf,
noch einmal schmecke ich das Salz meiner Tränen,
der Poesie Male sprechen aus meinen weißen Strähnen.

Des Lebens Lauf stürmisch, rau

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Piano Concerto Nr. 23, KV488)

Des Lebens Lauf stürmisch, rau,
der Liebe Tanz auf ewig rau.

In Küssen spricht deine Seele,
in Blick deiner Antlitz Rede,
der Nacht Lieder wir träumen,
die Tränen im Paradies schäumen.

Unserer Liebe Drama neu beginnt,
in Liebeeid die Zeit zerrinnt,
in Worten göttlich Zauber liegt,
der Wahrheit Wonne nur siegt.

Des Lebens Lauf stürmisch, rau,
der Liebe Tanz auf ewig grau.

Himmelsmusik unseren Geist bezirzt,
des Teufels Macht im Dunklen irrt,
und Licht nur die Seelen berührt,
die wissen, der Hauch Gottes sie führt.

Am Abend dann, wenn Engel singen,
um Hoheit bei Menschen Taten ringen,
deiner Schönheit Fabeln Gott berichten,
deines Satans Macht heilig belichten.

Des Lebens Lauf stürmisch, rau,
der Liebe Tanz auf ewig grau.

Wenn Geschichten erzählen Sterne,
der Gram spricht der Liebe Ferne,
wenn Feder führt meine Träne,
wenn Dichtung preist Gottesnähe.

Wenn im Dunklen allein ich bin,
dem Leben gib immer neuen Sinn,
mit Mond vergleich ich immer dich,
wo in Liebe zeigt Gott sich.

Des Lebens Lauf stürmisch, rau,
der Liebe Tanz auf ewig grau.


Wenn am See friedlich wir sitzen,
der Schwäne wahre Treue blitzen,
in die Herzen tief dein und mein,
in Schmerzen tief der Liebe Pein. 

Bald eilt der Morgen schon,
mit Freuden des Lebens Thron,
mit Sonaten der Schauertage,
mit Worten der Weisheit Waage.

Des Lebens Lauf stürmisch, rau,
der Liebe Tanz auf ewig grau.

Dem Morgen folgt die Nacht,
der Melancholie wahre Tracht,
der Erinnerungen mächtig Kreis,
der Trauer Melodie tönt ganz leis.

Entführt die Seele ins neue Heim,
der Erdenhölle mächtig Reim,
der Tränen weißes Perlenkleid,
mit Diamanten aus der Liebe Leid.

Wenn an meinem Herz du klopfst,
leise zerbricht mein Seelenbot,
das Tränenwasser fließt in Wellen,
deinen Geist wird meine Keuschheit erhellen.

Der Liebe Kleinod das Auge schmücket,
der Wahrheit dornig Rosen du pflückest,
der See sich mit Seelengeheimnissen füllet,
der Sturm der Liebe die Freuden rüget. 

Das Liebeskonzert

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Piano Concerto No. 2 in B- Dur, K. 39)

Der Zeit Unordnung ewig, mächtig fließt,
mein Schicksal Gott Allmächtig mir vorliest,
die Sanduhr meiner Liebe geschwind dreht,
Melancholie vor Geistestür stets steht.

Sternentanz der Nacht mich weckt,
Eifer in Blatt und Stift mein legt,
kosmisch Schönheit mich dirigiert,
Ehrfurcht vor Allmacht alles signiert.

Der Liebe Macht immer leise nur siegt,
wahre Romantik in Seele nur liegt,
in Einsamkeit du Tränen vergießt,
in Zweisamkeit Treueblut nur fließt.

Deine Geschichte in meinen Augen,
meine Worte deiner Seele Trauben,
in Einsamkeit du Tränen vergießt,
in Zweisamkeit Treueblut nur fließt.

Dann und wann auch mal Freude grüßt,
Geigentrauer Pianoklang küsst,
wie im Wechsel von Tag und Nacht,
Liebeskonzert dirigiert Allmacht.

Der Freude Funken himmlisch Reim

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Beethovens Pastorale)

Heiter regnet in mich ein,
der Freude Funken himmlisch Reim,
leise wächst der Liebe Keim,
der Seele Tanz aus Silberschein.

Dunkelheit besiegt von Engellied,
Harfenklang stimmt des Herzens Licht,
ein Fluss der Reinheit aufschwingt,
ein göttlich Marsch den Geist bricht.

Wenn ruhen Wald und Wiesen dann,
leis tönt der Sternenlichterklang,
nur Liebe fließt im Fluss der Zeit,
prachtvoll ihr Glanz im Schwankleid,

Wenn das Leben hat mal Tränenschein,
lass Träume entfliegen dem Seelenleid,
lass fliegen die Blicke gen Sonnenschein,
lass Weltenpracht dein Schirmherr sein.

Die Freude verbrennt das Erdenleid,
ihr Feuer der Seele Lebenskeim,
ihr Atem des Gottes Liebesreim,
ihr Schlummer des Geists Machtschein.

Erblick die Welt von Neuem,
wandel im Her deiner Treuen,
lass Liebe der Seele Quell sein,
lass Natur die Macht der Kunst sein.

Lass in Einheit uns Menschsein,
im Spiegel der Gottheit frei sein,
in Erhabenheit der Seele Pracht sein,
in Treue jeder Liebe Kraft sein.

Ein Lustspiel mit Lebenskarten

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Streichquintett in g-Moll)

Regen um Regen fällt,
Donner um Donner weckt,
der Liebe Glas zerschellt,
Gotttuch Seele bedeckt.

In Mondnacht alleine ich flieg,
von den Geistesfreuden berauscht,
dem Weltentand endlich entflieh,
des Herzensmusik Welt berauscht.

Wie Sand verrinnt die Zeit,
ihr Kuss zerschmilzt wie Eis,
Fleischtrubel der Welt Hoheit,
tanzt Teufelsliebe im Kreis,

Dann und wann Träne spricht,
in Geigen ihre Musik klingt,
als Liebefluss sie durchsticht,
zum Triumph des Geists winkt.

Auf traumumzäunten Wegen,
durchleuchte mein dunkles Leben,
Friede suche in Todessegen,
Musik kundtut mein Seelebeben.

Wo nur find Erlösung ich?
Weltträume ein Irrgarten,
arm und reich gleich für mich,
ein Lustspiel mit Lebenskarten.

Auch der Liebe Rose welkt,
alle Freude in Tränen endet,
Lebensmilch aus Grab man melkt,
ein Blatt im Lebensbuch wendet.

Tanz der verwirrten Lust führt,
bis Grabesgruft mich froh ruft,
bis eitel Lebenstand rührt,
tödlich gibt dir Freudenduft.



Eine Reise im Rosenland 

(Tooba Qaiser, mein Gedicht zu Mozarts Clarinet Concerto in A- Dur, KV 622)

Im Café am End der Welt,
der Seele Plauder Welt erhellt,
des Lebens Müßiggang verbrennt,
Geist himmlisch Klänge fängt.

In Wiener Straßen Leben tobt,
edel Heiterkeit Gott Selbst lobt,
des Leids Ranken hier in Schranken,
Gottduft heilt die Seelenkranken.

Wenn Tag gibt Nachtlicht preis,
wenn Nachtigall dreht im Kreis,
wenn Sterne beleben den Künstler,
dann erwacht der Musiktüftler.

Ihre Tränen keiner zu verstehen weiß,
in ihren Augen des Leids Edelweiß,
die Feder kosmisch Worte schreibt,
des Gottes Licht in Geist einverleibt.

Ihre Schönheit der Blumen Kuss,
ihre Reinheit des Gottwein Schuss,
ihr Haar der Nacht heilig Gewand,
ihre Augen eine Reise im Rosenland.

Ihr Wesen gemacht aus Sturmesdrang,
ihre Geistesmacht des Donners Klang,
ihre Lebensreise eine Tornadospeise,
ihre Worte regnen auf Erde weise.

Zuletzt sie ruht im Sternenkleid,
keiner kennt ihr tiefes Seeleneid,
ein Garten im Gottlicht Schein,
ein Versprechen des Herzens rein.