Winternacht
(Tooba Qaiser)
Herrschaftlich liegt das Schweigen,
majestätisch glänzt die Nacht,
in weißer Pracht will die Welt dir zeigen,
in reiner Unschuld liegt die Macht.
Ewig spricht die Zeit im Tannenrausch,
ewig ist ihr Lied ein tröstend Wort,
ewig weckt ihr Schrei aus dem Liebesrausch,
ewig entführt ihr Flüstern aus dem Seelentod.
Keine Einsamkeit macht traurig dich,
himmlische Freude vereinigte sich,
mit Herzenswärme, dem reinen Liebesfeuer,
unscheinbar im Kristallkleid, edel und teuer.
Reine Absichten erhellen die Nacht wie Sterne,
sie rieseln leise, wie sanfter Abendschnee,
sie werden im Geheimen zu Künstlern des Schicksals,
sind der wahre Schlüssel zum Tor des göttlichen Saals.
Wie eine Lawine vernichten sie alles Niedere,
jeder Gedanke ein Sturm der seligen Liebe,
ihre Macht eine Flut von heißen Tränen,
lässt schmelzen selbst die kältesten Herzen.
Eine Nacht im Mondschein
(Tooba Qaiser)
Manchmal erscheint die Welt so fremd,
die eigenen Gedanken, Gefühle verwelkt,
ein Blick in die Nacht, der Mond erstrahlt,
wie ein Ruf in mir, der aus der Ferne erschallt.
Als ob eine Erinnerung nach mir sucht,
die ich verloren hab bei der Seelenflucht,
ein Versprechen, das man nicht geben muss,
bricht man es, so versiegt der Lebensfluss.
Im Mondschein rollt eine Träne so bieder,
hält gefangen in sich so viele Lebenslieder,
der Wind lauscht ihnen und trägt sie hinfort,
die Geschichten der Nacht zu einem fernen Ort.
Wie herrlich ist doch des Himmels dunkle Pracht,
mit seinen funkelnden Sternen, die Zeugnisse der Nacht,
so ist das weiße Haar meiner schwarzen Schönheit,
ein Stern der Liebe und des Kummers Leid.
Ich sinke zu Boden,
die Kraft vergeht,
das Leben lastet schwer,
und der Trost, der fehlt.
Mein Kleid nun aus dem Schatten,
und auf dem Boden,
offenbart die schönen Farben,
so weiß, so golden.
Mein Blick hinauf,
eine Sehnsucht,
eine Hoffnung.
Und ich sehe,
wie die Nacht vergeht,
und der Morgen,
der kommt.
Mondschein-zauberwasser
(Tooba Qaiser)
Mondscheinglanz am Uferand,
Sternenglitzer am Himmelsrand,
der Nachtgeschichten feiner Tand,
mit Liebessprüchen im Seelenland.
Heimliche Goldschrift Gottes,
reflektiert im Mond Totes,
der Liebe Kraft Zauberwasser,
erweckt so manchen Lichthasser.
Unheimliche Baumkronnacht,
sucht die Sternenwacht,
die schenkt Weisheittrank,
und Dunkel singt liebeskrank.
Duftende Wahrheit Wiesen,
sinfonische Blumen sprießen,
der Nacht Musik spielen,
Perlenbäche leise rieseln.
Luft beschwingt Atem,
Küsse aus Liebesharem,
stürmische Schicksalsstille,
tragische Liebesgrille.
Augen verlieren sich,
in Sternenkraft unendlich,
in Liebe Sprache zärtlich,
in Sehnsüchten ehrlich.
Winde nun beenden,
im Liebebuch wenden,
Seiten der Nacht reden,
Schicksal neu beleben.
Mysterious trees
(Tooba Qaiser)
Majestically falls gaiety,
melancholy shields sobriety,
empowers paths mysteriously,
beyond scars so brightly.
Between dark, lofty trees,
lingers heart's tranquillity,
life's treasures in secrecy,
veiled by coloured leaves.
This walk to distant past,
this breath of future dark,
this gaze turned inwardly,
thoughts rising shiningly.
Before life turns to white,
fallen colours speak to mind,
in mood of blissful melancholy,
mysterious trees will call thee.
Gottwein
(Tooba Qaiser)
Bunte Stimmen in Wäldern,
graue Nebel in Feldern,
Blättertanz im Goldmeer,
Todesschwingung macht leer,
die Seele von falschen Freuden,
trennt Geist von Fleischfreunden,
im See schimmert Glück,
der Reinheit edel Schluck,
der Schwäne Liebefeuer,
tötet Wollust Ungeheuer,
der Bäume Dunkelsprache,
zerstört des Egos Drache,
Gottwein liegt in Luft,
Perlen in Grabesgruft.
Träume aus Goldperlen
(Tooba Qaiser)
Träume aus Goldperlen,
schenken die blauen Wellen,
machen aus grauem Regen,
weißen, silbernen Veilchensegen.
Schimmernde Nacht, die golden schimmert,
glänzender Tag, der kupfern flimmert,
die Liebe, die an Rosen erinnert,
die Nacht, die Eulengesang trillert.
Herbstlaub mit welkem, buntem Schein,
Nebelschwaden, ein Schleier aus buntem Reim,
kalte Luft, eine Kühlung des heißen Bluts,
die Liebe, ein Feuer der rotweißen Glut.
Singende Vögel im tanzenden Wind,
wilde Rehe mit keckem, frohen Sinn,
weißer Schnee auf grünem Tannenzweig,
welchen Seelenruhe und das Herz schweigt.
Glänzender Stern am Himmelsrand,
funkelnde Weisheit im Meeressand,
Mondscheinnacht im goldenen Himmelsfeuer,
Liebesmacht und -tinte, wahrhaftig und teuer.
Herbsttraum
(Tooba Qaiser)
Tropfen um Tropfen fällt,
die Welt um mich erhellt,
eine weißer Schleier sich legt,
bunt wird die Welt.
Ein Schweigen tröstet das Herz,
Weisheit küsst den Schmerz,
Erinnerungen erkalten in Kraft,
bist aus dem Liebestraum erwacht.
Im Laub knistert die Zeit,
verstummt das alte Leid,
hinterfragt leise dein Sein,
in dieser Welt voll von Schein.