Die Vision Gottes

Universum Schachzug, Seiner Allmacht Betrug 

(Tooba Qaiser)


Der menschliche Forschergeist hat in den letzten Jahrhunderten technische Errungenschaften erzielt, die die tiefsten Geheimnisse unseres Universums in einem solchen Ausmaß offenlegen, wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Die Rätsel des Universums werden entschlüsselt, die Geheimnisse des dunklen Ozeans ans Licht gebracht, die Ursprünge unserer Existenz auf allen naturwissenschaftlichen Ebenen erforscht. Wie kann die DNA den Bau des gesamten menschliche Körpers in Auftrag geben? Welche kosmologischen Zusammenhänge bringen DNA, Mensch, Zelle, Erde und das gesamte Universum in Einklang? Wie konnte die menschliche Vernunft entstehen und wo ist ihr Sitz unter den 100 Milliarden menschlichen Neuronen, die knapp 145 Mal die Erde umspannen könnten? Wie konnte fast zeitgleich weltweit das Phänomen der Schrift entstehen?
Es ist diese großartige Komplexität, diese subtile Harmonie der gesamten Schöpfung und diese vollkommene Schönheit der göttlichen Naturgeheimnisse, die den Menschen seit jeher begeistern.  Wir suchen förmlich die Rätsel des Universums, weil die kosmischen Bausteine eine göttliche Ordnung aufweisen, die unsere tiefsten Sehnsüchte nach Einheit, komplexer Schönheit und hoher Sinnsuche magnetisch anziehen. Es ist diese Makellosigkeit der Schöpfung, die uns immer wieder „Heureka-“ Erlebnisse beschert. Im Koran heißt es dazu:

„Keinen Fehler kannst du in der Schöpfung des Gnadenreichen sehen, so wende den Blick: siehst du irgendeinen Mangel? So wende den Blick abermals und abermals: dein Blick wird nur zu dir zurückkehren, ermüdet und geschwächt.“ (67:2-5)
 
4,5 Billionen Jahren hat es nur gebraucht, um eine solche Vielfalt an Komplexität auf der Erde entstehen zu lassen trotz der mannigfachen, lebensfeindlichen Umstände, die paradoxerweise nie im Stande waren, die Vollkommenheit der Evolution auf der Erde auch nur mit dem geringsten Fehler zu versehen. Krankheit oder Leid sind Motoren der Evolution, keine Fehler. Aber wenn tatsächlich die natürliche Selektion nach Darwin stattgefunden hat, so fehlen den Archäologen doch bis heute die großen Beweise der Missbildungen innerhalb einer Spezies, die folglich gezielt ausselektiert werden mussten. Der Biologe Frank Allens rechnete aus, dass die Entstehung eines einzigen Proteins aus einer Anhäufung von Zufällen 10^245 Jahre in Anspruch nehmen würde. Eine unvorstellbare, kolossale Zahl. Nicht vergleichbar mit den wenigen 4,5 Billionen Jahren, die tatsächlich für die gesamte Evolution des Lebens auf der Erde nötig waren.
Von Anfang an ist in der Evolution eine harmonische Übereinstimmung unzähliger Faktoren zu beobachten, die bereits bei dem geringsten Grad der Veränderung in ihrer physischen Form oder in ihrer Funktion zu gleichzeitiger Vernichtung mehrerer Teilnehmer der Evolution geführt hätten. Wir sind begeistert von diesem einzigartigen Plan der Schöpfung, den wir versuchen als Naturgesetz darzustellen. Selbst der größte Naturwissenschaftler, der ein Anhänger Darwins ist, sucht doch immer nach Ordnung und Struktur in seiner Forschung, nach Gesetzmäßigkeiten und nicht nach Zufällen oder Chaos. Wie lange kann der Mensch Chaos schon interessant finden?  Wie lange wird der Mensch versuchen Naturgesetze herauszulesen aus einem Meisterwerk der gegenstandslosen, sinnfreien, leeren, abstrakten Zusammenballung von unterschiedlichen Farben? Die augenscheinliche Weisheit hinter dem Plan der gesamten Schöpfung ist es doch, die unseren Geist fesselt. Wir sind begeistert von der Zelle, weil in ihrem Innern eine zielgerichtete, strukturierte, harmonische Arbeitsweise unterschiedlicher Organellen, Vesikeln und Proteinen stattfindet, die verblüffende Kohärenz mit dem gesamten Körper, ja sogar mit der Umwelt zeigen. Überall in der Zelle ist ein Abdruck eines höheren Plans zu finden. Die DNA- Replikationsfehler werden von einem ausgeklügelten Reparationsmechanismus beseitigt, Proteine gefaltet, aussortiert, transportiert, Energie bereitgestellt, Zelltod und Zellproliferation ins Gleichgewicht gebracht. Das Leben oder besser das Überleben der Zelle und innerhalb der Zelle wird als ein Konzert dargestellt, der ohne Dirigenten keine einzige Minute überleben könnte. Ein interessantes Beispiel aus der Natur, dass in diesem Kontext der supramolekularen und räumlichen Ordnung passt, ist die Arbeitsweise und die Gruppenorganisation der (sub-) tropischen Blattschneiderameisen der Gattung Atta. In Brasilien entdeckten Forscher eine unterirdische, architektonische Meisterleistung, die sie mit dem Bau der chinesischen Mauer verglichen. In acht Metern Tiefe bauten Blattschneiderameisen einen 50 Quadratmeter große Höhle mit mehr als 1000 Räumen, die aufgeteilt waren in Esskammern mit Pilzgärten und Müllkammern für tote Ameisen oder ausgelaugte Blätter. Die Blattschneidermeisen gehen eine Symbiose mit einem Pilz ein, denn sie selbst können die Blätter nicht verdauen aufgrund der darin enthaltenen Faserstoffe. Die Pilze können das. Die Ameisen bereiten daher für die Pilze in ihren Kammern einen Nährboden mit Blättern vor, auf welchem die Pilze dann wachsen und anschließend den Ameisen als Nahrungsquelle dienen können. Pilz und die Blattschneiderameisen können ohne den anderen nicht überleben. Es muss notgedrungen eine synergistische Evolution zwischen den beiden stattgefunden haben, die es seit 50 Millionen Jahren gibt. Warum gab es keine weitere Evolution mehr zwischen Blattschneiderameisen und den Pilzen oder eine Neuorientierung? Warum ist die Entwicklung dieser Beziehung vor 50 Millionen Jahren zum Stillstand gekommen? Diese Fragen lassen sich mit Darwins Theorie der natürlichen Selektion nicht beantworten. Die Symbiose zwischen dem Pilz und den Blattschneiderameisen richtet sich nach einem minutiös ausgeklügelten Drehbuch, der seit Anbeginn eine zielgerichtete Evolution dieses Superorganismus unterstreicht. Die Ameisen müssen wissen welche Blätter der Pilz als Nahrung haben möchte und welche schädlich sein könnten für ihn. In Laborexperimenten konnten Wissenschaftler (P. Ridley et al.) feststellen, dass Ameisen lernen, welche Chemikalien in Blättern toxisch für ihren Pilz sind und sie meiden dann diese Blätter. Das Signal hierzu wird vom Pilz an die Ameisen weitergegeben. Dieses Signal musste von Anfang an in der Evolution verständlich gewesen sein für die Ameisen, sonst hätten beide nicht überleben können. Die Evolution des Signals muss zielgerichtet stattgefunden haben, genauso wie die Erkennungs- und Deutungsquelle des Signals in den Ameisen. Hätte eine zufällige Evolution des Pilzsignals stattgefunden, hätte der Superorganismus der Blattschneiderameisen selbst in 50 Millionen Jahren nicht entstehen können. Die komplexe Arbeitsteilung der Blattschneidermeisen ist ein weiterer Anhaltspunkt für eine geplante, zielgerichtete Evolution. Es gibt unter den Ameisen vier Arbeitsklassen: 1) Sammlerinnen, die Blätter sammeln, sie zurechtschneiden und zum Nest transportieren; 2) Gärtnerinnen, die im Nest bleiben und die letzten Arbeiten an den Blättern erledigen; 3) Kleine Arbeiterinnen, die brüten und sich um die Königin kümmern; 4) Soldatenklasse, diese Ameisen sind für ihre Arbeit der Verteidigung des Nests passend mit scharfen Mandibeln (Kiefer) ausgestattet. Diese hochkomplexe Arbeitsteilung der zwei bis drei Millionen Ameisen wird anscheinend über die Kohlenwasserstoffzusammensetzung in der Cuticula der Ameisen koordiniert. In Atta sexdens fanden die Forscher heraus, dass bei Sammlerinnen Trimethylalkane weit mehr konzentriert vorzufinden waren als bei den anderen Ameisen (Valadares and Nascimento, 2016). Lineare Alkane fand man gehäuft in Gärtnerinnen und Soldatinnen. Bei den kleinen Arbeiterinnen fand man sowohl die linearen als auch die Trimethylalkane in erhöhter, relativer Konzentration vor.  Kleine proportionale Unterschiede in den Kohlenwasserstoffen in der Cuticula könnten das gesamte Konstrukt der Arbeitsorganisation der Blattschneiderameisen zu Fall bringen. Die Kohlenwasserstoffsignatur, die Signale des Pilzes an die Ameisen, die komplexe Architektur des unterirdischen Palastes und vieles mehr mussten von Anfang an koordiniert entstehen, sonst wäre der Superorganismus der Blattschneiderameisen bereits in seinen Anfängen gescheitert. Des Weiteren können die Blattschneiderameisen das 12- fache ihres eigenen Gewichts tragen. Demnach musste das Naturwunder Körperbau der Ameisen geplant entstehen, damit sie die Blätter überhaupt tragen können, die ihnen über die Symbiose mit dem Pilz als Nahrungsquelle dienen. Zufälle in der Evolution des Körperbaus der Ameisen würden zu viel Zeit in Anspruch nehmen und sehr wahrscheinlich wären die Ameisen ausgestorben bevor sie überhaupt fähig gewesen wären die Blätter zu tragen, die sie zum Überleben gebraucht hätten. 
Diese Koordination und Komplexität finden wir Wissenschaftler interessant, weil sie unsere tiefste Sehnsucht nach der Entdeckung eines höheren, kosmischen Plans befriedigt. Wir suchen stets nach dem Dirigenten und tauchen bei der Suche immer tiefer und tiefer in die göttlichen Geheimnisse ein, deren zugrundeliegende Weisheit unseren Durst nach Sinngehalt im Universum stillt.

„Er ist es, Der die Sonne zur Leuchte und den Mond zu einem Schimmer machte und ihm Stationen bestimmte, auf das ihr die Anzahl der Jahre und die Berechnung kennen möchtet. Allah hat dies nicht anders denn in Weisheit erschaffen. Er legt die Zeichen einem Volke dar, das Wissen besitzt. Wahrlich, in dem Wechsel von Nacht und Tag und in allem, das Allah in den Himmeln und auf der Erde erschaffen hat, sind Zeichen für ein gottesfürchtiges Volk.“ (10: 5-7)

Ob der Dirigent nun Zeitalter gemäß mal das Licht ist oder der Atomkern, die Gravitation, die Quantenmechanik oder Biophotonen oder die DNA oder Neuronen, stets sehnen wir uns nach der komplexen Harmonie hinter der Oberfläche. Unsere innere menschliche Natur bezeugt unsere Sehnsucht nach höherer Harmonie, wir alle verspüren tief in unserem Innern den Durst einen höheren Dirigenten zu suchen, einen Sinn zu finden im Plan des Kosmos. Und jede neue Entdeckung einer harmonischen Beziehung in der Schöpfung, schenkt uns eine tiefe Sinnerfüllung und eine neue Vision. Wir suchen förmlich neue Wunder der Allmacht in der Natur und nolens volens demütigt sie unseren Geist. Es sind diese allmachtschreienden Dirigenten und kosmischen Ordnungen, die unsere Seelen demutsvoll atmen lassen und unserem Dasein göttliche Perspektiven schenken.

„Bei Ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; keiner kennt sie als Er allein. Und Er weiß, was auf dem Lande ist und was auf Meer. Und nicht ein Blatt fällt nieder, ohne dass Er es weiß; und kein Körnchen ist in der Erde dunkel und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht in einem deutlichen Buch (Naturgesetze) wäre.“ (6:60)

„Wir erschufen den Himmel und die Erde und was zwischen den beiden ist, nicht anders als in Weisheit, und die Stunde kommt gewiss. Darum vergib in schöner Vergebung.“ (15:86)

Unbewusst oder bewusst, wir suchen stets den Künstler, der diese Allmacht im Universum geschaffen hat. Wir suchen den Dirigenten, der diese kosmische Sinfonie spielt und unsere Seelen magnetisch durch seine magischen Wunder anzieht. Wir suchen nach einer Sinnerfüllung durch eine Rückbesinnung zum Kern unserer Existenz oder anders formuliert: Wir suchen den Gott dieses Universums. 

„Und als dein Herr aus den Kindern Adams – aus ihren Lenden – ihre Nachkommenschaft hervorbrachte und sie zu Zeugen wider sich selbst machte (indem Er sprach): „Bin Ich nicht euer Herr?“, sagten sie: „Doch, wir bezeugen es.“ (7:173)

Nun stellt sich die Frage ob sich allein durch die Vernunft der Naturwissenschaftler die Urkraft des Universums entdecken lässt: Offenbaren sich die tiefen Wahrheiten des Universums nur über die Vernunft einiger führender Wissenschaftler und Philosophen? Wenn wir die Ordnung des gesamten Universums erforschen, die Weisheit im gesamten Plan erkennen, dann lässt sich schnell auch eine geistige Dimension im Weltall entdecken, die die materielle Welt transzendiert und sie lenkt. Die Verbindung zu der geistigen Dimension des Universums ist über die Vernunft alleine nicht möglich. Die Türen zu dieser Dimension sind für alle Menschen geöffnet, unabhängig von ihrer Intelligenz. Eine Verbindung zu der geistigen Dimension des Universums aufbauen, bedeutet eine Vision Gottes erleben zu dürfen. Die physische Evolution des Menschen hat vor 6000 Jahren ihren Höhepunkt erreicht. Warum die physische Evolution des Menschen aufgehört hat oder warum die restlichen Affen noch nicht Menschen geworden sind, lässt sich über Darwins Theorie nicht erklären. Doch sind in den letzten 6000 Jahren unzählige Propheten Gottes erschienen, die der Menschheit den Weg zu geistigem Fortschritt zeigten und für sie die Tore zu einer Vision Gottes öffneten. Die geistige Evolution und die intellektuelle Evolution des Menschen standen nunmehr im Mittelpunkt des kosmischen Plans, die den Menschen immer nach einer höheren Sinnerfüllung im Leben trachten ließen und welche sich mit der natürlichen Selektion nach Darwin nicht vereinen lassen. Die geistige Evolution schärft die Vernunft und das Bewusstsein aller Menschen, sofern sie sich um eine Vision Gottes bemühen. Sie ist die Offenbarung der göttlichen Attribute, die die Urprinzipien des Universums darstellen und ihn lenken. Sie ist die Antwort auf die Frage, was sich hinter dem Schleier des Naturgesetzes verbirgt, das wir Naturwissenschaftler so emsig zu ergründen versuchen. Sie ist das Hinabtauchen in die Allmacht Gottes und eine Färbung mit den Attributen Gottes, durch die der Mensch die Welt und die Menschen um sich herum im Lichte Gottes wahrnimmt.

„Schöpfe in dir selbst das Attribut Gottes.“

Die Vision Gottes ist eine lebendige, spirituelle Erfahrung, die den menschlichen Geist mit dem Kosmos der Gegenwart, Vergangenheit und der Zukunft vereint.

„Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der Wisser des Ungesehenen und des Sichtbaren. Er ist der Gnädige, der Barmherzige. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt, der König, der Heilige, der Eigner des Friedens, der Gewährer von Sicherheit, der Beschützer, der Allmächtige, der Verbesserer, der Majestätische. Hoch erhaben ist Allah über all das, was sie anbeten!
Er ist Allah, der Schöpfer, der Bildner, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, preist Ihn, und Er ist der Allmächtige, der Allweise.“ (59:23-25)

Man erlebt eine gänzlich neue Wirklichkeit, man erlebt die Urkraft des Universums und die Seele, das Herz und die Moral des Menschen erleben eine Art Wiedergeburt. Man erfährt eine gänzlich neue Liebesmacht, die einem näher ist als seine Halsader.

„Wir sind ihm näher als die Halsader.“ (50:17)

Trunken im Licht Gottes, erlebt der Mensch eine völlige Wandlung seines inneren Zustandes. Er meidet Sünde, weil im Spiegel seiner Reinheit er das reine Antlitz Gottes erblicken möchte. Sein Geist distanziert sich von den niederen, weltlichen Freuden, weil seine Seele im Schöpfer brennt. Er entwickelt eine stetige Sehnsucht in seinem Inneren nach dem höchsten Wesen und sein Herz findet wahren Trost nur Gotttrunkenheit. Eine erhabene, edle Gemütsruhe und göttliches Licht werden teil seines Wesens. Er bezeugt durch seine Aufrichtigkeit, durch sein lauteres Leben, durch seine vortrefflichen Charaktereigenschaften und durch all seine Taten die Existenz Gottes, nach dessen makellosen Attributen er seine Moral richtet und so zum Ebenbild Gottes wird. In jeder Situation seines Lebens wird ein solcher Mensch die Existenz Gottes bezeugen, sollte ihm das sogar das Leben und all seine Reichtümer kosten.

„Mit welchen Worten, oh Geliebter, soll beschreiben Deine Schönheit ich, bin Zeugin Deiner Liebesmacht, bin Zeugin Deiner Wahrheit Kraft. Bin berauscht von Deinem Trost in Leid, welch Süße birgt doch die Todespein, die befreit von dem Erdenwein, ach wär‘ dieser Tod doch auf ewig mein.“ (Tooba Qaiser)

Denn der Mensch hat die Existenz Gottes durch Offenbarung selbst erfahren., die ihn von allen irdischen Fesseln erlöst hat. Er hat eine lebendige Beziehung zum immateriellen Lenker dieses Universums, die ihn von allen sozialen Zwängen befreit und göttliches Licht gibt der Götze Vernunft. Die Offenbarung der Attribute Gottes ist nämlich die absolute Wahrheit des Universums und wie himmlischer Regen fällt sie von außen auf die individuelle Kraft der menschlichen Vernunft. Die Offenbarung Gottes lässt den Menschen neue Dimensionen der Harmonie erfahren und öffnet für ihn alle Türen des spirituellen und geistigen Fortschritts. Die Schlüssel zu den Toren des Ungesehenen werden ihm geschenkt und er kostet von der Allmacht Gottes. Er erfährt die Macht eines höheren Willens, der seine Psyche für eine Zeit lang dirigiert und ihm Perlen göttlichen Wissens schenkt, die aufgrund ihres absoluten Wahrheitsgehaltes nur von einem Allwissenden Gott Selbst kommen können, der die Geheimnisse der Herzen der Menschen kennt und über zukünftige Ereignisse Bescheid weiß. Der Mensch erfährt das Paradies im Diesseits, denn die Vereinigung mit Gott ist die höchstmögliche Definition von Paradies im Diesseits. Himmlische Freuden musizieren in seiner Seele, die Liebe Gottes wird seine Nahrung und die Kommunikation mit Gott das Wasser seiner Seele Durst. Seine Seele ist stets vor der Türschwelle Gottes in Demut niedergeworfen. Seine Gebete werden erhört, die wie bei der Evolution den Zufallsfaktor ausschließen, da eine harmonische Kausalkette von Ereignissen über ein bestimmtes Zeitfenster hinweg zur Erhörung des Gebets geführt hat.  Die mystischen Erlebnisse mit Gott sind die geistigen Gärten und seligen Wonnen von denen auch die berühmten Gedichte des persischen, islamischen Dichters Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī (1207-1273) handeln. Die Macht der göttlichen Attribute und die Liebe Gottes im Menschen schaffen nicht nur eine höhere Harmonie mit dem Universum, sie verändern auch die Zeit und den Raum durch die Kraft von Visionen und Offenbarungen, die der Liebe Gottes entspringen.  
 

Im Moscheegarten
(Tooba Qaiser)
 
„Des Monds klares Licht,
Gottespracht herrlich,
im Moscheegarten,
Glücksbäche warten.
 
Trunken in Gottlicht,
des Propheten Ruf,
erreicht Seelenlicht,
schenkt der Vision Duft.
 
Der Garten erwacht,
Gebets kosmisch Kraft,
Gottspiegel die Nacht,
Allmachtzauber schafft.
 
Heilige Reinheit,
im Schleier Schönheit,
mystische Reisen,
Gottschleier reißen.
 
Sein Antlitz Blitzkraft,
der Propheten Pracht,
des Gebets Wunder,
Liebe wird bunter.
 
Neues Wasser schenkt,
toter Erdenstaub,
mit Träne getränkt,
Visionen erlaubt.“

 
Die Urwahrheit selbst durchströmt den Menschen, denn die Vereinigung mit Gott setzt wie der Urknall inneres Licht der Wahrheit Gottes im Menschen frei. Als Dichter spricht er Offenbarungen über das Ungesehene und göttliche Geheimnisse aus. Durch eine mystische, lebendige Erfahrung mit Gott hat der Gottessucher den Dirigenten gefunden, dessen Harmonie und Allmacht ihn im Naturgesetz so begeistert hatte. Die individuelle Kraft der Vernunft kann den Menschen niemals von Gott überzeugen, da sie die geistige Dimension des Universums nicht durchdringen kann und ihm entsprechend keine Sicherheit geben kann über die wahrhaftige Existenz eines immateriellen Lenkers dieses Universums. Die menschliche Philosophien und die Maßstäbe für die Vernunft verändern sich über die Jahrhunderte und Zeitalter. Aber die Offenbarung der Attribute Gottes sind absolut gleich über die Jahrtausende und der Beweis ihrer Wahrhaftigkeit kann nur durch Gott Selbst erfolgen, indem sein höchster Wille auf die menschliche Psyche von außen einwirkt, ihn kosten lässt von den mannigfachen Attributen Gottes und ihm so Wissen gewährt, das nur von einem Allwissenden Gott Selbst kommen kann. 
 
„Sie kennen nur die Außenseite des Lebens in dieser Welt, des Jenseits aber sind sie gänzlich achtlos. Haben sie denn nicht nachgedacht in ihrem Innern? Allah hat den Himmel und die Erde und was zwischen den beiden ist nur in Weisheit geschaffen und auf eine bestimmte Frist. Doch wahrlich, viele unter den Menschen glauben nicht an die Begegnung mit ihrem Herrn. Sind sie denn nicht auf der Erde herumgereist, so dass sie sehen konnten, wie das Ende derer war, die vor ihnen waren? Jene waren stärker als sie an Kraft, und sie bebauten das Land und bevölkerten es mehr, als diese es bevölkert haben. Und ihre Gesandten kamen zu ihnen mit offenkundigen Zeichen. Und Allah wollte ihnen kein Unrecht antun, sondern sich selbst haben sie Unrecht getan. Übel war alsdann das Ende derer, die Übles taten, da sie die Zeichen Allahs verwarfen und über sie zu spotten pflegten. Allah bringt die Schöpfung hervor; dann lässt Er sie wiederkehren; zu Ihm dann werdet ihr zurückgebracht werden.“ (30:8-12) 


Valadares, L., and Nascimento, F.S.d. (2016). Chemical cuticular signature of leafcutter ant Atta sexdens (Hymenoptera, Formicidae) worker subcastes. Revista Brasileira de Entomologia 60, 308-311